Mittwoch, 30. November 2011

Der richtige Blickwinkel

Ich möchte mit diesem Post direkt an den letzten anknüpfen und meine Erfahrungen aus Karlsruhe noch weiter ausführen. Diesmal möchte ich jedoch nicht auf das Reden als solches, sondern auf die Inhalte und Gesprächsvorbereitung eingehen.

Bei einer Debatte bekommt man ein Thema/Aussage vorgegeben und eine Rolle, entweder Regierung oder Opposition. Als Regierung muss im Sinne der Aussage argumentiert werden, als Opposition gegen die Aussage. Unter Umständen muss man auch genau gegen die eigene Meinung antreten und die Schwachstellen dieser aufdecken. Dabei geschieht bei mir oft Erstaunliches: je mehr ich mich in die Rolle der Gegenseite hineinversetze, desto mehr nehme ich auch die Werte und Argumente dieser Rolle an. So kam es bei mir schon vor, dass ich vor einer Debatte einer ganz anderen Überzeugung war als danach. Dieses Verhalten ist aber nicht nur in einer Debatte hilfreich, sondern jeden Tag, denn wir alle wollen jeden Tag andere Menschen überzeugen, müssen Verhandlungen führen oder streiten uns.

Durch den Perspektivwechsel die eigenen Schwächen erkennen.
Mit einem Perspektivwechsel meine ich, sich in die Position des Gegenübers zu versetzen, wie handelt und denkt man aus dieser Sicht? Stell Dir am besten vor, Du müsstest die andere Seite verteidigen, welche Argumente und Fragen gehen Dir durch den Kopf, und vor allem, welche Wertvorstellungen vertrittst Du? Wie würdest Du Deine eigentliche Position (Deine Argumentation) angreifen? Es hilft hierbei auch räumlich einen eigenen Platz für die Überlegung der beiden Seiten auszuwählen, zum Beispiel im Wohnzimmer die eigenen Argumente zu sammeln und im Büro sich in die Lage der Gegenpartei zu versetzen.

Sobald Du beide Anschauungen durchgespielt hast, ist es Zeit für eine objektive Bestandsaufnahme. Bist Du immer noch von deiner Meinung überzeugt? -Dann hast Du jetzt alles Werkzeug an der Hand dein Gegenüber für Dich zu gewinnen. Du kannst möglichen Fragen zuvorkommen und seine Argumente mit passenden Gegenargumenten entkräften. Deine Argumente werden besser, denn Du kennst schon im Vorhinein beide Seiten und bist dadurch besser vorbereitet.
Vielleicht siehst Du aber auch deinen Gegenüber in einem anderen Licht und hast so die Chance seine Reaktionen besser zu verstehen. Beim nächsten Konflikt, kannst Du desskalierend  reagieren und so einen negativen Gesprächsverlauf verhindern.

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