Montag, 28. November 2011

Sprachkünstler

Dieses Wochenende durfte ich an den Baden Württembergischen Hochschul-Debattiermeisterschaften in Karlsruhe teilnehmen und mich mit Wortgewandten aus der Schweiz, Österreich und Deutschland messen.

Was ich von diesen lernen konnte, will ich Dir heute zeigen. Dabei möchte ich besonders auf die Themen Lampenfieber, Metaphern und Schlagfertigkeit eingehen.

Wie schon Cicero betonte: "Reden lernt man durch Reden", deshalb gebe ich Dir den Tip, so oft sich die Möglichkeit ergibt zu reden. Mit jeder Präsentation oder Rede wirst Du besser und es fällt Dir leichter, denn bestimmte Abläufe und Techniken laufen dann wie automatisch. Doch nun die schlechte Nachricht, das Lampenfieber nimmt auch bei geübten Rednern meistens nicht ab, sie sind oft ähnlich stark aufgeregt wie Anfänger. -Und genau das ist gut so! Denn es kommt auf Dich an und was Du aus dem Lampenfieber machst. Es verleiht Dir den nötigen Hormoncocktail, den Du vor Deiner Bühnenzeit brauchst. Es schärft Deine Sinne, macht Dich wach und bringt Anspannung, die Deiner Rede die nötige Glaubwürdigkeit verleiht. Die Kunst dabei ist nur, sich das Lampenfieber nicht anmerken zu lassen und das geht so: stell Dir (aus der ICH-Perspektive) vor, wie Du auf der Bühne stehst und gehe Deine Rede durch, achte dabei weniger auf Dich, sondern stell Dir vor, wie gut Deine Rede beim Publikum ankommt. Diesen Film schaust Du Dir unmittelbar vor Deiner Rede in der Dauerschleife an und atmest dabei ruhig ein und aus, setze Dir mit jedem Atemzug noch positive Suggestionen, wie z.B. "Ich weiß genau, von was ich rede" oder "Ich bin gut vorbereitet", und Du kommst in eine gute Redestimmung. Ein weiterer Tip ist, sich vor dem Auftritt  Personen zu suchen, die Dich mögen. Diese dienen Dir als Ruhepol, suche Blickkontakt zu ihnen und sie werden Dir die nötige Sicherheit geben, nebenbei fühlt sich das Publikum durch den offenen Blick angesprochen und ist stärker an Deiner Präsentation interessiert.

Bediene Dich während Deiner Rede einer "blumigen", metaphorischen Sprache.
Dein Publikum liebt es sich etwas bildhaft vorstellen zu können. Das Verrückte hierbei, es ist egal, ob der Vergleich etwas mit dem Thema zu tun hat oder nicht Du wirkst in jedem Fall glaubhafter. Als Bilder kannst Du alles heran ziehen, was "jeder" kennt oder was gängige Meinung ist, ein sehr bekanntes Beispiel hierfür ist: "man muss das Problem an der Wurzel anpacken". Jedem ist sofort klar, was gemeint ist, und jeder wird dieser Aussage zustimmen.  


Sollten Teile des Publikums Deine Ausführungen dennoch anfechten,  lautet die oberste Grundregel: Widerspreche ihnen nicht. Denn bei jedem Widerspruch fühlt sich Dein Gegenüber angegriffen und geht selbst in Verteidigungsstellung. Deshalb stimme ihm im ersten Schritt zu und zeige ihm erst dann seine Schwächen auf. Dies hilft ihm das Gesicht zu wahren und Du wirst ihn leichter umstimmen können. Ein solcher Satz kann zum Beispiel so eingeleitet werden: "Genau so sehe ich das .... auch“, und dann im zweiten Teil so aussehen: „lassen Sie uns aber auch an Folgendes denken...."  Die Zustimmung verschafft eine gemeinsame Basis und ist auf jeden Fall der einfachere Weg. Was aber, wenn Du Deinem Gegenüber in keinster Weise zustimmen kannst? Dann leite Deine Gegenrede mit einer Frage ein, die seine Schwächen aufzeigt. Mit dieser Technik hast Du vielleicht nicht die Chance Deinen Widersacher umzustimmen, schaffst es aber, das Publikum auf Deine Seite zu holen.

Noch in eigener Sache, dies ist der zehnte Post, bisher hatte ich schon über 400 Seitenaufrufe, worauf ich sehr stolz bin. Ab jetzt möchte ich mindestens drei Posts pro Woche veröffentlichen, trage am besten gleich Deine Email-Adresse ein und Du wirst über jeden neuen Beitrag informiert. Dir gefällt mein Blog? -Dann lade ich Dich herzlich dazu ein, allen davon zu erzählen. -Vielen Dank.

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