Wie versprochen hier die Technik, die ich in ausgefeilter Form nutze. Das Ganze nennt sich Major-System und funktioniert, wie sollte es auch anders sein, mit Visualisierung. Wie Ihr sicherlich hundertmal gehört habt, merkt man sich Bilder leichter als Worte und bewegte Bilder, also Geschichten, besser als Standbilder.
Soweit so gut, aber wie soll man sich wiederum die ganzen Geschichten merken, wenn es für diese keine Anhaltspunkte gibt und sie in keiner Ordnung zueinander stehen?
Genau diese Frage muss sich Johann Winkelmann, der Erfinder des Major-Systems, auch gestellt haben. Er hat das naheliegendste Ordnungssystem, welches eh jeder kennt, verwendet: Zahlen.
Der Nachteil von Zahlen liegt aber in ihrer Abstraktheit. Deshalb entwickelte er eine Methode, Zahlen einfach zu übersetzen. Die Übersetzung läuft wie folgt ab: jede Zahl hat einen oder mehrere Konsonanten zugeordnet. Diese Konsonanten dürfen mit so vielen Vokalen wie nötig verbunden werden.
Hier die Übersetzungstabelle:
0: S,ß,Z Beispiel: Sau
1: T Tee
2: N Noah
3: M Mao
4: R Reh
5: L Laie
6: Sch, Ch Schuhe
7: G,K Kuh
8: F Fee
9: P,B Po
Mit diesem Alphabet kann jede Zahl übersetzt werden. Dabei kommt es nicht auf die Rechtschreibung an, sondern auf das, was man bei dem Wort hört. Deshalb sind Doppelbuchstaben und ein Dehnungs-H irrelevant.
Hier das Ganze mal anhand einer Telefonnummer, die folgendermaßen lautet:
1284. Die Eins steht für T, die Zwei für N, die Acht für F und die Vier für R. Im nächsten Schritt suche ich Wörter, in denen diese Buchstaben in der richtigen Reihenfolge vorkommen, also z.B. Tonne und Fähre. Eine mögliche Geschichte wäre hier: Der Nummerninhaber ist in einer Tonne eingesperrt und wird mit der Fähre über den Atlantik geschippert....
So weiter im Galopp: Wenn ich jede Zahl in ein Wort verwandeln kann, können auch ein langer Text oder verschiedene Begriffe in einer Ordnung memoriert werden. Hier wirds für alle, die genug vom Auswendiglernen haben, richtig interessant.
Es geht folgendermaßen: Die Geschichte fängt bei eins an, also z.B. mit Tee, der wird mit dem zu merkenden Textteil oder Begriff in einer möglichst verrückten Szene abgespeichert. Sollte ich dann zu einem späteren Zeitpunkt an den Begriff erinnern wollen, muss nur an 1 gedacht werden, damit kommt das Wort Tee, und die Geschichte ist wieder aktiviert.
Wie schon beim letzten Mal angedeutet, ist es am Anfang ungewohnt und dauert länger. Langfristig ist es jedoch ein riesiges Potential, Dinge in einer nummerischen Folge memorieren zu können, der Einkaufszettel fällt weg, die Rede kann frei gehalten werden und Fachbegriffe für Prüfungen sind leicht und vollständig zu lernen.
Falls Euch das Ganze interessiert und Ihr noch tiefer ins Detail möchtet, kann ich Euch folgendes (kostenloses) Skript* ( ab Seite21) empfehlen.
Habt Ihr Lust das Ganze auszuprobieren? Oder findet Ihr es zu kompliziert? Kommentiert Eure Meinungen dazu! Ich finde es wie immer super, wenn Ihr den Blog weiterempfehlt!
*Für Inhalte und Änderungen von Fremdseiten übernehme ich keine Haftung
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Vielen Dank für Dein Kommentar!