Eigentlich habe ich eine recht negative Vorstellung von Zweifeln. Zweifel halten mich ab etwas zu tun. Zweifel lassen mich nicht unvoreingenommen auf fremde Personen zugehen. Zweifel kratzen am Selbst oder der Vorstellung davon.
In gewisser Weise ist diese Ansicht richtig. All das kann passieren, wenn zu viele Zweifel im Spiel sind. Die andere Frage ist, was passiert, wenn wir keine Zweifel hätten. Wahrscheinlich würden wir dann das machen, was wir immer machen. Würden vielleicht blind jedem anderen und vor allem uns selbst vertrauen. Mit anderen Worten, ohne Zweifel gäbe es keinen Anlass sich weiterzuentwickeln.
Erst der Zweifel, ob dieses oder jenes Verhalten richtig war, lässt den Gedanken an ein neues, anderes Verhalten zu. Der Zweifel ist sozusagen der Startschuss zu einer Veränderung.
Der Trick dabei ist, Zweifel als Aufbruchsignal zu verstehen, und nicht Angst vor Neuem, die sich im Mantel des Zweifels verkleidet, als Anlass stehenzubleiben.
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