Donnerstag, 13. September 2012

Burn-Out / Bore-Out

Jede Berufsunfähigkeitsversicherung wirbt damit, dass inzwischen die meisten Erwerbstätigen wegen psychischen Erkrankungen nicht mehr ihrem Beruf nachgehen können. Die Zahl an Burn-Out-Fällen wächst immer schneller. Das Pendant zum Burn-Out, der Bore-Out (zu viel Langeweile) ist auch schon zur Stelle.
In den meisten Fällen verbirgt sich hinter den hippen englischen Modenamen eine Depression.

Diese neuen Begriffe sind typisch für unsere Gesellschaft, jedoch ein erster Schritt für mehr Akzeptanz von psychischen Erkrankungen.
Wer sich beispielsweise das Bein bricht, der geht zum Arzt. Wer allerdings unter andauernder Traurigkeit, Lustlosigkeit, Verzweiflung... leidet, versucht sich bis zuletzt selbst zu helfen.

Was aber noch viel schlimmer ist, ist, dass nicht nur in Extremfällen mentaler Probleme fahrlässig mit der eigenen Person umgegangen wird, sondern auch im Alltag.
Ein Gesundheitsbewusstsein für den Körper haben die meisten, dazu gehört eine ausgewogene Ernährung und Bewegung.
Ein Gesundheitsbewusstsein für den Geist kann ich jedoch bei den Wenigsten feststellen. Anstatt sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, ist man im Kopf schon bei der nächsten. Den ganzen Tag prasselt Berieselung in Form von Radio, Fernsehen und Internet auf einen ein, die zusätzlich mit unnützen Informationen geistiges Potential erschöpfen.

Burn-Out bekommen meistens nicht Menschen, die vor großen Herausforderungen stehen, sondern Menschen, die sich an zu vielen kleinen Problemen aufreiben. Deshalb ist eine Priorisierung der Aufgaben der erste Schritt für einen gesünderen Umgang mit sich selbst. Der zweite und  noch wichtigere ist, bei dieser Priorisierung die eigene Person an erste Stelle zu setzen. Das ist weder egoistisch noch eigennützig, denn nur wer seine ganze Kraft zur Verfügung hat, kann sein volles Potential ausschöpfen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für Dein Kommentar!