Sonntag, 19. August 2012

PaL

Was um Himmelswillen ist "PaL"? Das dachte ich mir, als unser Campingplatznachbar zu seinem kleinen Sohn Nils (5) sagte: "Das ist PaL". Zum Glück ging es dem Kleinen gleich und er fragte nach. PaL steht ihm nach für: Probleme anderer Leute.

Wie oft denken wir am Tag über Probleme anderer Leute nach? Haben eine offensichtliche Lösung, helfen mit gut (bzw. bös) gemeinten Ratschlägen, analysieren die Fehler des bzw. der anderen. -Natürlich, in der Situation würden wir gaaaanz anders handeln.
Oder aber die "anderen Leute" erzählen von ihren Problemen und wollen die Absolution für ihr Verhalten, wollen vielleicht Mitleid oder nur ein offenes Ohr. Alles in allem, wir beschäftigen uns jede Menge mit Sachen, die uns im Grunde nichts angehen.

Je nachdem wie intensiv diese Beschäftigung wird, wird es zur eigenen Sache und dann belastet ein harmlos anmutendes Gespräch. Das Problem wird scheinbar transferiert und schlägt aufs eigene Gemüt. Sich über Probleme zu unterhalten, macht keine gute Laune, seien es die eigenen oder die der anderen. Was nicht heißt, dass nie über Probleme geredet werden sollte, aber Probleme sollten nicht den Großteil des eigenen Gesprächs ausmachen. Wer zu viel über Probleme redet, macht sie groß und gibt ihnen Macht; Energie, die für die lösende Handlung verwendet werden könnte, geht dann verloren.

Wenn es sich um  PaL handelt, ist es oft so, dass die betreffende Person, rein verstandmäßig, schon die richtige Lösung kennt und trotzdem anders handelt. Dann gilt es geduldig zu sein, es wird Gründe für dieses Verhalten geben, die man selbst nicht kennt oder nachvollziehen kann, vielleicht braucht es einfach auch Zeit, das Wissen in Handeln münden zu lassen. Jeder beschäftigt sich so lange mit einem Problem, bis "seine" Lösung gefunden ist. -Auch wenn es für Aussenstehende schwierig ist, dies zu akzeptieren.  

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