Montag, 14. Mai 2012

Die Freiheit als Pflicht

Im Juni steht mein Praktikum im Wirtschaftsausschuss der FDP Bundestagsfraktion an. In den vergangenen Wochen wurde ich immer wieder auf meine Parteiwahl angesprochen. Hier meine Erklärung, warum FDP.

Zugegeben, die jetzigen Führungspersonen sind streitbar, die Umfragewerte (waren) im Keller und die Politik der vergangenen drei Jahre war nicht immer nachvollziehbar.  Die europäischen Nachbarn haben der deutschen Europolitik bei den Wahlen (Griechenland und Frankreich) eine Absage erteilt. Alles in allem, die Vorzeichen könnten besser stehen.

Trotzdem empfinde ich die Grundsätze der Partei als richtig. Freiheit für jeden Einzelnen. Ein Recht, für das Demokratien seit Jahrhunderten kämpften und immer noch kämpfen. Eingebettet in die Soziale Marktwirtschaft ist jedem ein Existenzminimum garantiert.

Der Einzelne als Teil der Gesellschaft übernimmt aber auch die Pflicht mit seiner Freiheit verantwortungsvoll umzugehen. In erster Linie muss jeder selbstständig Entscheidungen treffen und die Konsequenzen tragen. Vor dieser Selbstständigkeit scheinen viele Angst zu haben. Sie flüchten sich in Sicherheit auf Kosten ihrer Freiheit. Der "sichere" Arbeitsplatz ist die Maxime, dabei ist Sicherheit im heutigen Arbeitsmarkt eine Illusion. So ist es viel mehr eine Verschiebung der Verantwortung weg vom Individuum hin zum Unternehmen oder Management.

Als konkretes Beispiel der Fall Schlecker. Das Management und der Eigentümer sind schuld und der Staat sollte mit Bürgschaften in die Bresche springen. Doch wo bleibt die Verantwortung jedes einzelnen Mitarbeiters? Zuallererst die Verantwortung für das Versagen des Geschäftsmodells: Hat nicht jeder Mitarbeiter seinen Teil dazu beigetragen oder zumindest Kritik verschwiegen? Wo bleibt die Selbstverantwortung, als sich dunkle Wolken am Schleckerhimmel abzeichneten, nach einem neuen Job zu sehen und zu wechseln?
Mir tut es natürlich leid für Schlecker Mitarbeiter, die ihr Bestes gaben und sich frühzeitig, aber vergeblich auf dem Arbeitsmarkt nach einem neuen Job umsahen. Es wäre jedoch unfair allen anderen Bürgern das Risiko einer Bürgschaft aufzuzwingen.

Was die FDP angeht, ist wieder Licht am Ende des Tunnels in Sicht, die Partei hat vermutlich die Talsohle durchschritten. Die Spitzenkandidaten der Länder Schleswig Holstein und NRW haben ein verhältnismäßig gutes Ergebnis erzielt. Ich denke, der Grundgedanke der Liberalen ist einer der mit am zukunftsfähigsten unserer Demokratie. Jeder Einzelne muss dazu nur die Angst vor der Selbstverantwortung überwinden und die daraus resultierende Freiheit für sich nutzen.

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