Eigentlich sollte man meinen, je mehr Auswahl, desto besser, dann kann das ausgewählt werden, was am besten passt. Es ist egal, um was es sich dabei handelt, um Lebensmittel, Luxusgüter oder Partner. Ein großes Angebot garantiert doch schließlich die beste Wahl - oder nicht?
Leider ist unser Gehirn nicht an eine solche Vielfalt angepasst und Entscheidungen sind anstrengend. Nicht umsonst spricht der Volksmund von der Qual der Wahl. Es können wichtige Entscheidungen sein oder unwichtige. Das Schlimme daran ist, es muss eine Wahl getroffen werden. Zum Beispiel stellt sich bei jedem mindestens einmal täglich die Frage, was angezogen wird. Wer keine Wahl trifft, geht nackt aus dem Haus.
Als wäre das alles nicht schon schwierig genug, werden wir nach der Entscheidung oft noch von der inneren Stimme geplagt, die eine Alternative im Vorteil sieht. Dieser Druck führt häufig zu einer anderen Wahl in letzter Minute, um dann endgültig die "beste" Entscheidung zu treffen.
Wie Dir sicherlich schon klar wurde, ist es unter diesen Umständen unmöglich, die „beste“ Entscheidung zu fällen. In diesem Dilemma gibt es nur Verlierer und die Vielfalt macht müde. Deswegen müssen wir wieder auf eine begrenzte Auswahl zurückkommen. Das heißt, sich bewusst einzuschränken. Auf den ersten Blick ist es paradox, doch das ist die einzige Möglichkeit schneller und leichter zu entscheiden. Die Lebensmittelbranche eignet sich als Beispiel hierfür. Die Discounter Lidl und Aldi kommen mit ca. 500-700 Artikeln aus, Rewe oder Edeka hingegen führen 8.000-11.000 Artikel und die Kundenzufriedenheit ist nur unwesentlich höher. Gleichzeitig ist der Verkaufserfolg der Discounter unglaublich, und das nicht trotz der geringen Auswahl, sondern wegen dieser.
Im Prinzip solltest Du öfters wie ein Discounter vorgehen und knallhart Deine Auswahl verkleinern. Dann gehen die Entscheidungen leichter von der Hand, denn Du kannst nicht mehr viel falsch machen und die innere Stimme verstummt.
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