Das Jahr 2012 ist laut chinesischer Astrologie das Jahr des Drachen. Ein Jahr voller Veränderung. In meiner Überschrift behaupte ich aber, es wird ein Jahr, in dem es gilt Verantwortung zu übernehmen. Ein Jahr, in dem jeder seine Entscheidungen eigenverantwortlich und durchdacht treffen muss.
Es ist niemandem geholfen, wenn über die Gier der Manager oder Banker geschimpft wird, sich über die Unfähigkeit der Politik ausgelassen oder Mitleid mit verhungernden Menschen auf der ganzen Welt vorgeheuchelt wird. In keinem Zeitalter zuvor hatte jeder Bürger soviel Macht. Diese Macht kann er entweder verantwortungsvoll verwenden oder aber die Verantwortung abschieben. In der Vergangenheit haben die allermeisten Verantwortung abgeschoben, an der Krise 2008 waren die Banken schuld, an der Eurokrise die Griechen, an der Armut in der dritten Welt die Rohstoffspekulanten. Mit diesen Schuldigen lebt es sich leicht, das Gewissen ist rein und das Leben läuft nach dem Motto: "Ich fresse, was mir vorgeworfen wird".
Ich hoffe, 2012 greifst Du Dir an die eigene Nase, hinterfragst Dein Verhalten und gehst verantwortungsvoll mit Deiner Macht um. Die Macht übst Du jeden Tag in Deiner Rolle als Konsument aus.Als Bürger hast Du Einfluss auf die großen Ereignisse in dieser Welt.
In der Rolle des Konsumenten kaufst bzw. verbrauchst Du jeden Tag Rohstoffe oder Güter. Mit der Entscheidung für ein bestimmtes Produkt, entscheidest Du Dich auch direkt für Kinderarbeit, für Armut in der dritten Welt, für das Aussterben der örtlichen Einkaufsstruktur oder dagegen. Wir Deutschen sind beispielsweise Vize-Weltmeister im Schokolade essen. Zwei der begehrtesten Sorten sind Milka und Ritter Sport. Bei beiden Schokoladenherstellern liegt der Anteil von fair gehandeltem Kakao unter 10%. Das heißt, dass in 90% dieser Schokolade Kakao steckt, der unter anderem von Kindern unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert wurde. Mit dem Kauf dieser Schokolade werden also konkret diese Entwicklungen unterstützt.
Als Bürger haben alle in der westlichen Welt verschiedene Rechte und Pflichten. Die gilt es wieder in Anspruch zu nehmen. Über das aktive und passive Wahlrecht hat jeder die Möglichkeit sich in das politische Geschehen einzubringen. Doch damit ist es nicht getan. Wir können uns durch die Meinungsfreiheit für Projekte einsetzen und Druck auf Gesellschaftsgruppen ausüben. Es geht mir dabei nicht nur darum, dass man dagegen sein kann. Von dieser Perspektive sehen es viel zu viele. Die meisten Proteste richten sich gegen etwas, wie beispielsweise die Demonstrationen gegen Stuttgart 21. Die Meinungsfreiheit erlaubt uns nicht nur zu verhindern, sondern auch konkret neue Forderungen zu stellen, Projekte anzupacken und so den Stein ins Rollen zu bringen.
Diese Macht sollten wir 2012 verantwortungsvoll nutzen und so eine bessere Welt gestalten.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Vielen Dank für Dein Kommentar!