Doch wie "teilt" man richtig aus und wie "steckt" man richtig ein. Jeder bekommt so gut wie jeden Tag eine Rückmeldung, wie sein Verhalten war, oder gibt anderen, in welcher Form auch immer, ein Feedback. Ein Feedback, also ein Schritt zurück, ist rückwärts gerichtet und beschäftigt sich folglich mit der Vergangenheit, an der keiner was ändern kann.
Für eine konstruktive Kritik gehört es für mich deshalb dazu, einen Verbesserungsvorschlag für die Zukunft zu geben. Was kann an der IST-Situation geändert werden? Welche Entscheidungen sollen zukünftig getroffen werden? Was kann in Zukunft anders gemacht werden? Diese konkreten Hinweise helfen dem Kritisierten weiter, er kann sich dieses Verbesserungspotential zu nutzen machen. Eine Kritik kommt ohne diesen Vorschlag nicht aus und ist nur ein Nörgeln.
Ein Feedback darf auch nicht beleidigend oder persönlich sein, der Feedbackempfänger geht sonst sofort in Abwehrhaltung und wird sein Verhalten dadurch nicht verbessern. Dramatisierende Worte wie "katastrophal" oder "das ist hanebüchen" gehören nicht in ein Feedback, sie tragen nichts zur Besserung der Situation bei und lösen beim Empfänger nur negative Gefühle aus.
Die Kritik sollte auch an dem Punkt abgebrochen werden, an dem der Empfänger sein Fehlverhalten eingesteht. Es macht keinen Sinn, an einem Punkt weiter zu kritisieren, wenn der Kritisierte sich seiner Fehler bereits bewusst ist. Ab diesem Punkt gilt es, die oben angeführten Korrekturvorschläge zu bringen.
Für den Kritisierten gilt, sich das Feedback anzuhören und den Kritiker aussprechen zu lassen. Die Kunst ist, sich nicht für sein Verhalten zu verteidigen. Ist das Feedback zu Ende, muss der Kritisierte für sich entscheiden, ob er die Kritik für angebracht hält und dann auch auf die Verbesserungsvorschläge des Anderen eingehen. Meiner Erfahrung nach hilft es, sich allein nach dem Gespräch mit dem Feedback zu beschäftigen und mit einem kühlen Kopf darüber nachzudenken. Falls Du Dir über den Gehalt des Feedbacks nicht sicher bist, ist es gut, nochmal mit einer dritten unabhängigen Person darüber zureden.
Wenn Du diese Regeln beachtest, wird Deine Kritik sicher besser aufgenommen und deine Kritik kann etwas ändern. Wirst Du kritisiert, erkennst Du vielleicht jetzt die Chance und kannst es dadurch in Zukunft besser machen.
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